
Feste
Das Kirchenjahr beginnt am 1. Advent und endet am Ewigkeitssonntag (auch Totensonntag genannt). Es gibt Feiertage mit festem Datum (z.B. Weihnachten) und bewegliche Feste, deren Datum sich von Jahr zu Jahr ändert. So wird Ostern stets am Sonntag nach dem ersten Frühlings-Vollmond gefeiert.
Farben
Feiertagen und Zeiten des Kirchenjahres sind bestimmte Farben zugeordnet ("liturgische Farben").
Die Stoffbehänge an Altar, Kanzel und Lesepult, Antependien genannt, zeigen die jeweils aktuelle Farbe.
Weiß als Symbol des Lichts steht für Jesus Christus: Weihnachten, Osterzeit.
Rot bedeutet den Heiligen Geist, Fest- und Gedenktage der Kirche: Pfingsten, Konfirmation, Reformationstag.
Violett ist die Farbe der Vorbereitung und der Buße: Adventszeit, Passion, Bußtag.
Grün als Farbe der aufgehenden Saat bezeichnet die übrigen Zeiten: Epiphaniaszeit, Trinitatiszeit.
Zeichen und Symbole
Ein Teil der Zeichen und Symbole ist älteren Ursprungs und wurde im christlichen Sinne umgedeutet. Das gilt vor allem für geometrische Formen (Kreuze, Vielecke, Sterne).
Daneben gibt es Motive mit speziellen Bezügen zur Bibel (Weinrebe, Schiff) oder zur Geschichte der Kirche (Fisch). Bei ihnen handelt es sich um rein christliche Symbole.

:: Kirchliche Zeiten und Zeichen
Das Kirchenjahr - Farben und Zeiten
Advent
Liturgische Farbe: violett
Zeit der Ankündigung der Geburt Jesu Christi.
Weihnachtszeit
Liturgische Farbe: weiß
vom Fest der Geburt Christi bis einschließlich Epiphanias
(Fest der Erscheinung des Herrn).
nach Epiphanias / vor der Passion
Liturgische Farbe: grün
Erscheinung Gottes in Jesus Christus.
Passionszeit
Liturgische Farbe: violett
Zeit des Leidens und Sterbens Christi
Gründonnerstag: Einsetzung des Abendmahls
Karfreitag: Kreuzigung Christi.
Osterzeit
Liturgische Farbe: weiß
Fest der Auferstehung Jesu Christi und Himmelfahrt.
Pfingsten
Liturgische Farbe: rot
Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes in der Gemeinde, Geburtsfest der Kirche.
Trinitatiszeit
Liturgische Farbe: grün
Fest der Dreifaltigkeit Gottes (Vater, Sohn, Heiliger Geist)
weitere Festtage: Johannistag, Tag der Apostel Petrus und Paulus (Peter und Paul), Erntedankfest, Reformationstag, Buß- und Bettag, Ewigkeitssonntag
Johannistag (24. Juni): Fest der Geburt Johannes' des Täufers. Im 5. Jahrhundert von der katholischen Kirche eingeführt, um die heidnischen Feiern zur Sommersonnenwende (20./21. Juni) zu christianisieren.
Peter und Paul (29. Juni): Katholisches Hochfest zum angenommenen Todestag der Apostel Petrus und Paulus. Entstanden im 4. Jahrhundert.
Zeichen und Symbole
Das bekannteste Symbol des Christentums ist das Kreuz Christi. Es wird auch "lateinisches" Kreuz genannt, bei dem der waagerechte Balken für den Erdhorizont steht und der senkrechte die irdische mit der himmlischen Sphäre verbindet.
Das "griechische" Kreuz hat vier gleich lange Arme. Sie weisen in die vier Himmelsrichtungen, verkörpern auch die vier antiken Elemente Luft, Erde, Feuer, Wasser.
Um 45° gedreht, wird das Kreuz zum griechischen "Chi" ( X ), dem Anfangsbuchstaben von "Christus". Der Legende nach starb der Apostel Andreas an einem solchen Kreuz; daher wird es als "Andreaskreuz" bezeichnet.
Das "Jerusalem-Kreuz" entstammt der Kreuzfahrerzeit. Es stellt Christus und die vier Evangelisten dar. In einer anderen Deutung stehen die fünf Kreuze für die Wunden Christi.
Das "russische" Kreuz ist das Kreuz der russisch-orthodoxen Kirche mit zwei waagerechten Balken. Unten schneidet noch ein dritter Balken schräg die Senkrechte. Er symbolisiert eine Stütze für die Füße des Gekreuzigten.
Aus dem keltischen Kulturraum stammt das "keltische" oder "irische" Kreuz. Den Schnittpunkt der Balken umschließt ein (Erd-)Kreis in Form eines Ringes oder einer Scheibe. Häufig ist es mit geflochtenen Ornamenten verziert.
Ein indirekt erzeugtes Kreuz aus vier rechten Winkeln steht für Gerechtigkeit. Das rechtwinklige Richtscheit ist Werkzeug für genaues, "richtiges" Bauen. Im Griechischen bildet der rechte Winkel den Großbuchstaben "Gamma" ( Γ ), daher wird das Symbol auch als "Gammadion" bezeichnet.
Das "Tatzenkreuz" hat nach außen breiter werdende Balken, in gerader oder bogenförmiger Ausführung. Die Ritter des Templerordens und des Deutschen Ordens trugen es als Wappen. In jüngerer Zeit findet sich das Tatzenkreuz z.B. als "Eisernes Kreuz" und im Emblem der Bundeswehr.
Nach dem katholischen Malteserorden bzw. dem protestantischen Johanniterorden benannt ist das "Malteserkreuz" oder "Johanniterkreuz". Die acht Spitzen symbolisieren die Seligpreisungen der Bergpredigt (Matthäus 5, 3-10).
Ein Monogramm für den Namen "Jesus Christus", gebildet aus den griechischen Anfangsbuchstaben "Jota" ( I ) und "Chi" ( X ).
Die ausführlichere und bekanntere Variante des vorigen Monogramms enthält noch zusätzlich das griechische "Rho" ( P ): "Jesus Christus".
Über Darstellungen des Gekreuzigten findet sich häufig die Inschrift "INRI", die Abkürzung des lateinischen "Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum" (Jesus Christus, König der Juden).
Das Pentagramm stellt ursprünglich wohl eine menschliche Gestalt dar. Auf den Kopf gedreht, war es ein vor allem im Mittelalter in der katholischen Kirche verwendetes Abwehrzeichen gegen Dämonen und Krankheiten ("Drudenfuß").
Zwei gleichseitige Dreiecke, eins nach oben, das andere nach unten weisend, symbolisieren im sechszackigen Stern die Verbindung von Himmel und Erde, insbesondere zum Fest der Geburt Christi als "Weihnachtsstern". Im Judentum "Davidsstern" genannt, ist er das Wappenzeichen Israels.
Alpha und Omega sind der erste und der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets. "Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende", spricht Christus im Buch der Offenbarung (Kap. 22, Vers 13).
Das Rad mit Speichen war in vorchristlicher Zeit Sonnensymbol. Als Weihekreuz an Kirchen verwendet, versinnbildlicht der Kreis die Unendlichkeit (Ewigkeit). Das Zeichen kann auch die Hostie beim Abendmahl darstellen.
Das Fisch-Symbol entstand als Geheimzeichen der frühen Christen. Das griechische Wort "ICHTHYS" (Fisch) bedeutet Iesous Christos Theou (Gottes) Yios (Sohn) Soter (Retter).
Das Kreuz auf der Weltkugel ist in der Gegenwart Erkennungszeichen der Evangelischen Jugend. Zur Kaiser-Zeit des Abendlandes stellte es den stilisierten "Reichsapfel" dar, zusammen mit dem Zepter Ausdruck der Herrschaft über Kirche und Welt.
Der Stern mit acht Zacken, in einem Zuge zu zeichnen, diente der Abwehr böser Kräfte. In christlicher Deutung stellt er ein Kreuz dar, dessen Außenränder acht Mal den Buchstaben M für "Maria" und die Innenlinien acht Mal das griechische X des Christusnamens bilden.
Die endlose Linie der Dornenkrone steht für auswegsloses Leiden. Die sieben Windungen und die drei mal sieben Dornen bedeuten Vollendung: die Zahl "7" gilt als Symbol der Vollkommenheit - in sieben Tagen entsteht nach der Bibel die Schöpfung. Die nach innen zeigenden Dornen formen eine siebenblättrige Blume.
Das Bild des Lammes als Opfertier wandelt sich im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung. Dort geht das Lamm nach Öffnen des Buches mit den sieben (!) Siegeln aus dem letzten Kampf zwischen Gut und Böse am Ende der Welt als Sieger hervor. Daher wird es mit einer Siegesfahne dargestellt.
Der Anker ist Sinnbild der christlichen Hoffnung: "Diese haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele" (Hebräer 6, 19). Hoffnung ist verbunden mit Glaube und Liebe: "Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe" (1. Korinther 13, 13).
Die gekreuzten Schlüssel sind Sinnbild des Jesus-Wortes an Petrus: "Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben" (Matthäus 16, 19). So steht dieses Symbol im Wappen des Papstes, der nach katholischer Lehre irdischer Stellvertreter Christi ist.
Das Schiff ist Zeichen der Geborgenheit ("Stillung des Sturmes" in Matthäus 8). Der Mast in Kreuzform stellt Christus, das Schiff als Ganzes die Gemeinde dar. Zwei Lieder im Evangelischen Gesangbuch haben das Bild zum Thema: "Es kommt ein Schiff geladen" (Nr. 8) und "Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt" (Nr. 572).
Die brennende Öllampe ist Aufruf zur Wachsamkeit ("Gleichnis von den klugen und törichten Brautjungfern" in Matthäus 25) und zur Bereitschaft für das Reich Gottes. Im Evangelischen Gesangbuch nimmt das Lied: "Wachet auf, ruft uns die Stimme" (Nr. 147) das Motiv auf.
Weintrauben und Kornähren liefern die beiden Bestandteile des Abendmahls, Brot und Wein (bzw. Traubensaft). Trauben hängen nach unten, Ähren wachsen empor; so betonen beide die senkrechte Achse Himmel - Erde.
"Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben" (Johannes 15, 5). Das Wort aus den Abschiedsreden Jesu deutet die Verbindung von Gemeinde und Christusglauben. Der Weinberg wird mehrfach als Bild in Gleichnissen genannt; im Alten Testament ist er Sinnbild von Segen und Frieden.
Ein gleichseitiges Deieck verkörpert die Dreifaltigkeit Gottes (Vater, Sohn und Heiliger Geist). Das häufig enthaltene geöffnete Auge symbolisiert die Allmacht Gottes.
Eine herabfliegende Taube ist Zeichen des Heiligen Geistes, den Jesus bei seiner Taufe vom Himmel über sich kommen sieht (Matthäus 3, 16). Die Darstellung wird gelegentlich noch durch stilisierte Wasserwellen ergänzt.
"Der Herr ist mein Hirte" (Psalm 23, 1) und "Ich bin der gute Hirte" (Johannes 10 , 11). Der Hirtenstab (auch Krummstab), oft mit Querstrich ein Kreuz bildend, ist Symbol pastoralen oder bischöflichen Amtes (lateinisch "pastor" = Hirte).
Die "Betenden Hände" von Albrecht Dürer, ursprünglich eine Studie für ein Altarbild, wurden im 20. Jahrhundert zum bekanntesten und am häufigsten kopierten Motiv des Künstlers.
Sternsinger zeichnen zum katholischen Dreikönigsfest (6. Januar) mit Kreide diese Buchstaben an Haustüren, meist verbunden mit der Jahreszahl. C+M+B steht für das lateinische "Christus mansionem benedicat" ("Christus segne dieses Haus").
In der Evangelischen Landeskirche von Hessen und Nassau kam Anfang der 90er Jahre im vorigen Jahrhundert das Kasten- oder Facettenkreuz auf. Es besteht aus acht miteinander verbundenen Quadraten, deren Innenraum ein griechisches Kreuz bildet.