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Radiogottesdienst aus Erbsen - 15.3.1998
Der Tag davor
Ein wenig höher schlug das Herz schon bei allen Beteiligten, als am Sonnabend, 14. März 1998, der Übertragungswagen des NDR auf dem Kirchberg in Erbsen auf seinen Einsatz wartete.
In kurzer Zeit hatte das Rundfunkteam die St.-Viti-Kirche zum Aufnahmestudio gemacht. Insgesamt 13 Mikrofone wurden aufgestellt und verkabelt, um Worte und Töne originalgetreu aufzunehmen.
Um 17 Uhr schlug dann die "Stunde der Wahrheit": die sogenannte "Durchlaufprobe" begann. Würden die einzelnen Elemente des Gottesdienstes, wie zuvor per Stoppuhr ermittelt, auch wirklich genau die 57 Minuten ergeben, die gefordert waren?
Entspanntes Aufatmen um 18 Uhr: die Zeit stimmt. Gitarrenchor, Orgel, Bläser und Lektoren - es passt perfekt. Kurzes Nachgespräch mit dem Aufnahmeleiter, letzte Korrekturen an den Texten durch den Rundfunkreferenten, Pastor Jan Dieckmann, und dann… bis morgen!
In Lödingsen war unterdessen ein zünftiges "Stümpelessen" vorbereitet worden, um dem vierköpfigen NDR-Team den Aufenthalt in der Gemeinde im wahrsten Sinne des Wortes schmackhaft zu machen. In ungezwungener Atmosphäre saß man noch eine Weile, dann konzentrierten sich die Gedanken wieder auf den Sonntag.
Der Gottesdienst
Am anderen Morgen war es dann soweit. Ein paar restliche Plätze in der Kirche blieben zwar leer - es hatten wohl doch einige gedacht, der Andrang würde zu groß werden.
Als kurz vor 10 Uhr die Glocken verstummten, weil für die Sendung das am Tag zuvor aufgezeichnete Läuten vom Band eingespielt wurde, warteten alle gebannt auf das rot-grüne Licht am Lesepult für den Beginn der Live-Übertragung.
Und alles gelang. Kein Versprecher, keine unnötigen Pausen im Ablauf, eines ging ins andere über, der Zeitplan wurde perfekt eingehalten. Aber dennoch war das Aufatmen bei den Mitwirkenden spürbar, als am Ende während des Orgelnachspiels das magische Lämpchen "auf Sendung" wieder erlosch.
Mitwirkende
Jan Dieckmann, Pastor und Rundfunkreferent (Einleitung)
Markus Lenz (Orgel und Sologesang)
Herta Betzold, Andrea Jatho-Thöne, Ulrike Sommer, Stefan Haupt (Lektoren)
Gitarrenchor Eberhausen (Leitung Käthe Neutze)
Posaunenchor Lenglern-Holtensen (Leitung Manfred Lieske)
Peter Kusenberg, Pastor (Predigt)
Das Echo
Das Funkhaus hatte im Abspann der Sendung die Telefonnummer des Pfarramtes genannt, und unmittelbar nach dem Ende des Gottesdienstes gingen Anrufe ein, pausenlos, bis kurz vor 22 Uhr. Ein geradezu überwältigendes Maß an Zustimmung und Dank sprach aus den Telefonaten, viele Menschen äußerten den Wunsch nach dem Text der Predigt, nach den Liedern oder dem kompletten Mitschnitt des Gottesdienstes.
Auch in den folgenden Tagen kamen noch viele Anrufe, über 120 an der Zahl. Es war erstaunlich, zu hören, an welch unterschiedlichen Orten die Übertragung verfolgt worden war. Angefangen von den Inseln Sylt und Norderney, über Husum, Schleswig und Kiel, Kühlungsborn an der Ostsee, weiter nach Hamburg und Hannover, Einbeck, Göttingen, bis südlich hinein in den Kasseler Raum.
Ein großes Echo kam auch aus dem Sendegebiet des WDR, der den Gottesdienst aus Erbsen ebenfalls übertragen hatte: nahezu alle großen Städte des Ruhrgebiets waren bei den Anrufen vertreten. Auf Grund von Erfahrungswerten ist anzunehmen, dass rund 130.000 Hörerinnen und Hörer "live" dabei waren.
Schließlich ist noch die Flut von Briefen zu erwähnen, die in den folgenden zwei Wochen das Pfarramt erreichte: sogar ein Scheck über hundert Mark war dabei, mit dem Vermerk "für ein größeres Gemeindehaus".